Testament

Streit ums Erbe kommt in den besten Familien vor. Doch das muss nicht sein! Ein Testament zu schreiben ist gar nicht schwer. Mit einem rechtsgültigen letzten Willen können Sie selbst bestimmen, wie Ihr Nachlass verteilt werden soll. 

Was ist ein Testament?

Richter und Hammer

Ein Testament ist im deutschen Erbrecht eine schriftliche Willenserklärung, in der Sie als Erblasser bestimmen, wer Erbe Ihres Vermögens werden soll.

 

Das Testament wird nach Ihrem Tod eröffnet und sein Inhalt Ihren Erben bekannt gegeben. Sie können mit einem Testament nach Belieben Alleinerben einsetzen, bestimmte Personen enterben sowie einzelne Gegenstände oder Vermögenswerte aus Ihrem Nachlass beliebigen Personen oder Einrichtungen vermachen. Ein Testament kann jederzeit geändert oder widerrufen werden.

Wer kann ein Testament schreiben?

 

Jede Person ab 16 Jahren kann in Deutschland nach § 2229 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ein rechtsgültiges Testament schreiben. Voraussetzung ist, dass sie zum Zeitpunkt des Verfassens nicht unter einer Geisteskrankheit, Geistesschwäche oder einer Bewusstseinsstörung leidet.

Warum sollte man ein Testament schreiben?

 

Sie sollten immer dann ein Testament schreiben, wenn Sie von der gesetzlichen Erbfolge abweichen wollen. Die gesetzliche Erbfolge begünstigt im Fall Ihres Todes zunächst Ihren Ehepartner und dann Ihre nächsten lebenden Verwandten – doch das müssen nicht unbedingt die von Ihnen gewünschten Erben sein.

Mit entsprechenden Anordnungen in Ihrem Testament können Sie sicherstellen, dass Ihr Vermögen an die Erben geht, die Sie selbst sich wünschen – auch, wenn es die Erbfolge anders vorsieht. Darüber hinaus können Sie mit einem Testament auch Streit in der Erbengemeinschaft vermeiden: eine klare und umfassende Verfügung regelt eindeutig, welche Erben im Erbfall was erhalten.

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Inhalt eines Testaments

In Ihrem Testament setzen Sie in erster Linie Erben ein oder Sie schließen Verwandte von der gesetzlichen Erbfolge aus. Darüber hinaus gibt Ihnen ein Testament aber zahlreiche weitere Möglichkeiten, Ihren Nachlass zu regeln und Einfluss auf die Verteilung Ihres Vermögens zu nehmen.

Was gehört in ein Testament?

Folgende Punkte können Sie aufnehmen, wenn Sie Ihr Testament verfassen:

Erben einsetzen und enterben

  • Sie können per Testament einen Alleinerben einsetzen, der Ihren gesamten Nachlass erhält.

  • Sie können im Testament auch mehrere Erben mit unterschiedlichen Erbanteilen benennen.

  • Wenn Sie bestimmte Personen enterben wollen, können Sie das ins Testament schreiben.

  • Sie können in Ihr Testament schreiben, dass Sie Ihren nichtehelichen Lebenspartner als Erben einsetzen.

 

Vermächtnisse

  • Sie können per Testament Teile Ihres Vermögens einer karitativen Einrichtung vermachen.

  • Sie können in Ihr Testament schreiben, dass Sie Geldsummen oder einzelne Gegenstände aus Ihrem Nachlass als Vermächtnis für bestimmte Personen aussetzen.

 

Rechte und Bedingungen

  • Sie können das Erbe per Testament an bestimmte Bedingungen knüpfen („unter der Voraussetzung, dass…“).

  • Sie können im Testament einen oder mehrere Ersatzerben benennen für den Fall, dass der von Ihnen eingesetzte Erbe bereits vor Ihnen verstirbt oder das Erbe ausschlägt.

  • Sie können im Testament eine Vor- und Nacherbschaft bestimmen – in diesem Fall geht der Nachlass erst an einen Vorerben (z. B. Ehepartner) und bei dessen Tod oder Wiederheirat an die Nacherben (z. B. Ihre Kinder).

  • Sie können in Ihrem Testament beliebigen Personen bestimmte Rechte einräumen wie zum Beispiel Wohnrecht auf Lebenszeit in einer Immobilie.

 

Nachlassabwicklung

  • Mit einer Teilungsanordnung können Sie der Erbengemeinschaft vorgeben, wie Ihr Nachlass zu verteilen ist.

  • Sie können per Testament eine Testamentsvollstreckung anordnen und einen Testamentsvollstrecker benennen.

 

Pflichtteile

Auch wenn Sie in Ihrem Testament Ihren Ehepartner oder Kinder von der Erbfolge ausschließen, haben diese als gesetzliche Erben ein Anrecht auf einen Pflichtteil des Nachlasses. Der Pflichtteil besteht aus der Hälfte des Anteils, der ihnen nach der gesetzlichen Erbfolge zustehen würde. Der oder die im Testament eingesetzte/n Erbe/n sind dazu verpflichtet, diesen Pflichtteil an sie auszuzahlen.

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge ist in den §§ 1924 bis 1936 BGB geregelt. Sie legt fest, wer beim Tode des Erblassers dazu berechtigt ist, das Erbe anzutreten und wie hoch der Erbanteil für jeden Erben ist. In der gesetzlichen Erbfolge werden der Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner des Erblassers sowie seine Nachkommen und andere leibliche Verwandte berücksichtigt.

 

Was gehört nicht in ein Testament?

 

Auch wenn es „Letzter Wille“ heißt, gibt es manche Bestimmungen, die Sie nicht ins Testament schreiben sollten. Dazu zählen die Patientenverfügung und Ihre Bestattungsverfügung. Hinterlegen Sie diese Unterlagen an einem Ort, wo sie leicht gefunden werden können, und informieren Sie Ihre Angehörigen darüber.

 

Bestattungsvorsorge

Sollten Sie sich eine bestimmte Bestattungsart wünschen, kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine finanzielle Bestattungsvorsorge zu treffen. Auf diese Weise sichern Sie sich einen würdevollen Abschied und Sie ersparen Ihren Angehörigen unnötige Belastungen im Falle Ihres Todes.

 

Welche Arten von Testament gibt es?

Es gibt im deutschen Erbrecht verschiedene Möglichkeiten, Ihren Nachlass zu regeln: Sie können als Einzelperson ein Testament schreiben (Einzeltestament) oder mit Ihrem Ehe- oder Lebenspartner ein gemeinschaftliches Testament verfassen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Sie beim Notar einen Erbvertrag als Alternative zum Testament verfassen.

Einzeltestament

Das Einzeltestament wird vom Erblasser allein erstellt (privates oder handschriftliches Testament) beziehungsweise nur mit Hilfe eines Notars (öffentliches oder notarielles Testament).

Der Vorteil für den Erblasser besteht darin, dass er in einem Einzeltestament nach Belieben über seinen Nachlass verfügen, Erben einsetzen und Personen enterben kann. Er kann den Inhalt seines Testaments jederzeit anpassen oder komplett widerrufen und ein neues Testament schreiben, ohne sich darüber mit anderen abzusprechen.

Darüber hinaus bleibt der Inhalt des Testaments, wenn er das wünscht, nur dem Erblasser alleine bekannt. Die Erben erfahren dann erst nach dem Tod des Erblassers von den Bestimmungen im Testament.

Gemeinschaftliches Testament

Ein gemeinschaftliches Testament oder Ehegattentestament wird von beiden Ehepartnern beziehungsweise Partnern in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gemeinsam erstellt. Jedem von ihnen steht es frei, jederzeit Änderungen am Testament vorzunehmen oder das Testament zu widerrufen. Sobald jedoch ein Partner stirbt, kann der andere das Testament nicht mehr ändern. Beide Erblasser sind also nach den Tod ihres Partners fest an ihre Verfügungen im Ehegattentestament gebunden.

Berliner Testament

Das wohl bekannteste Beispiel für ein gemeinschaftliches Testament ist das sogenannte Berliner Testament. In einem Berliner Testament setzen sich die Eheleute gegenseitig als alleinige Erben ein.

Wann sollte man ein Berliner Testament verfassen?

Mit dem Berliner Testament können Sie die Erbschaftsansprüche Ihrer Kinder aussetzen, bis beide Eltern verstorben sind. Nach dem Tod des ersten Ehegatten ist der der überlebende Partner dadurch gegebenenfalls finanziell abgesichert. Aber auch, wenn ein Ehepaar kinderlos bleibt, kann es sinnvoll sein ein Berliner Testament aufzusetzen.

Wechselseitig bindende Verfügungen

Im Berliner Testament machen die Erblasser häufig von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Verfügungen wechselseitig aneinander zu binden. In diesem Falle gilt: Wenn einer der Partner seine Verfügung im Berliner Testament ändert oder widerruft, verliert auch die daran gebundene Verfügung seines Partners ihre Wirksamkeit. Von dieser Möglichkeit im Berliner Testament wird beispielsweise Gebrauch gemacht, um die Erbfolge für Kinder aus anderen Ehen zu regeln.

Erbvertrag

Eine Alternative zum Testament ist der Erbvertrag. Genau wie ein notarielles Testament wird der Erbvertrag vor einem Notar errichtet. Er hat im deutschen Erbrecht dieselbe bindende Wirkung wie ein Testament und kann die gleichen Verfügungen oder Verpflichtungen wie ein Testament enthalten.

  • Im Unterschied zum Testament kann der Erbvertrag nicht einseitig widerrufen oder geändert werden. Wenn Sie den Vertrag anpassen oder auflösen wollen, ist ein entsprechender Vorbehalt im Vertrag oder die Zustimmung des Vertragspartners erforderlich.

  • Anordnungen aus einem Erbvertrag machen ein vorher geschriebenes Testament ungültig. Sie können auch durch ein später verfasstes Testament nicht aufgehoben werden.

Besprechung mit Chefin

Da ich keine rechtlich bindende Auskunft geben darf, sind alle Angaben auf dieser Seite unverbindlich, stellen keine juristische Beratung dar und können nicht als abschließend im Hinblick auf sämtliche im Zusammenhang mit dem Erbrecht stehenden Sachverhalte verstanden werden. Ich empfehle Ihnen, sich zur Beratung an einen Fachanwalt für Erbrecht zu wenden.