Teilungsversteigerung in der Erbengemeinschaft

Die Teilungsversteigerung ist eine ganz spezielle Art der Zwangsversteigerung, die auf die Aufteilung eines Erlöses für ein Grundstück, einer Immobilie oder anderer Güter unter Miteigentümern abzielt. Im Falle der Erbengemeinschaft spielt diese Versteigerungsform eine Rolle, wenn einer der Miterben eine Erbauseinandersetzung über eine Immobilie anstrebt, weil die Miterben untereinander zu keiner Einigung finden. Denn anders als bei teilbaren Vermögensgegenständen, wie v.a. Geld, kann ein Grundstück nicht einfach in Einzelteile analog des Erbanteils zerlegt werden. Vielmehr müssen sich die Miterben der Erbengemeinschaft einig werden wie der Vermögenswert aufgeteilt wird. Häufig  beendet die Teilungsversteigerung daher die Erbengemeinschaft – auch wenn das wirtschaftlich nicht immer der beste Weg ist.

Wie wird die Teilungsversteigerung eingeleitet?

Teilungsversteigerungen geht ein Antragsverfahren voraus. Jeder Miterbe kann diesen Antrag formlos und schriftlich beim zuständigen Amtsgericht stellen. Auf die Höhe seines Erbanteil kommt es gerade nicht an, d.h. auch ein Miterbe mit nur 5% Erbanteil kann alleine und gegen den Willen aller anderer Erben die Teilungsversteigerung beantragen.

Der Antragsteller muss dazu nachweisen, dass er Miteigentümer an dem zu versteigernden Grundstück ist. Im Falle einer Immobilie ist ein Grundbuchauszug vorzulegen und dem Antrag beizufügen. Der Grundbuchauszug darf hierbei nicht älter als sechs Monate sein. Weiterhin sind regelmäßig noch die Verfahrenskosten als Vorschuss zu leisten.

Jeder andere Miterbe kann der von (nur) einem Erben beantragten Versteigerung jederzeit beitreten, um so selbst aktiver Beteiligter zu werden. Dies hat den Vorteil, dass er eigenständig Anträge stellen kann und – ganz wichtig – einer Rücknahme des Versteigerungsantrags nach Erteilung des Zuschlags entgegenwirken kann. Denn bis zum Schluss ist der Antragsteller Herr des Verfahrens und kann seinen Antrag auf Teilungsversteigerung zurücknehmen. Dies klingt zunächst widersprüchlich, kann aber durchaus sinnvoll sein, wenn der Versteigerungserlös nicht hoch genug ist oder wenn ein Miterbe die Immobilie ersteigert hat, dem der Antragsteller die Immobilie nicht zukommen lassen will.

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