Sorgerechtsverfügung

In einer Sorgerechtsverfügung legen Sie eine Person Ihres Vertrauens fest, die im Falle Ihres Todes die Personensorge (Vormundschaft) für Ihre minderjährigen Kinder übernehmen soll. Wenn Sie einmal nicht mehr dazu in der Lage sein sollten, kümmert sich der von Ihnen in der Sorgerechtsverfügung bestimmte Vormund um die Erziehung und Ausbildung Ihrer Kinder.

Warum ist eine Sorgerechtsverfügung wichtig?

 

Mitten im Leben kann uns ein Unfall oder eine schwere Erkrankung treffen. Manchmal führen solche Ereignisse zur Handlungsunfähigkeit oder sogar zum Tod.

 

Wenn Sie minderjährige Kinder haben, trifft diese der Verlust besonders hart – vor allem, wenn die Eltern getrennt lebten oder beide Elternteile verstorben sind. Sie stehen plötzlich allein da.

Familie zu Fuß am Strand

Entscheidung des Familiengerichts

 

In solchen Fällen bestimmt das Familiengericht einen gesetzlichen Vormund. Geschwister, Großeltern und andere nahe Verwandte bekommen nicht automatisch das Sorgerecht zugesprochen. Auch Taufpaten stehen nicht an erster Stelle. Vielmehr legt das Familiengericht einen Vormund fest, der am besten dazu geeignet ist, die minderjährigen Kinder großzuziehen.

 

Besser: Selbst einen Vormund vorschlagen

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie Einfluss auf die Entscheidung des Familiengerichts nehmen. In Ihrer Sorgerechtsverfügung schlagen Sie selbst einen Vormund für Ihr Kind oder Ihre Kinder vor. Das Gericht ist zwar nicht an Ihre Empfehlung gebunden, wird Ihrem Wunsch aber nachkommen, solange die Vertrauensperson dazu geeignet erscheint, für Ihre Kinder zu sorgen.

  • Sie wählen einen Vormund Ihres Vertrauens

  • Mit einer Sorgerechtsverfügung verhindern Sie, dass Ihr Kind und seine Erziehung in fremde oder ungeeignete Hände kommen.

  • Sie schützen Ihr Kind und seine Zukunft

  • Im Todesfall bleibt Ihr Kind nicht allein. Ein kompetenter Vormund kümmert sich liebevoll um sein Wohlergehen und seine Ausbildung.

  • Sie schützen Ihre persönlichen Werte

  • Jeder Mensch hat eigene Prioritäten. Sie selbst wissen am besten, welcher Vormund Ihre Wertvorstellungen teilt und diese an Ihr Kind weitergeben kann.

Für wen eignet sich eine Sorgerechtsverfügung?

Beim Tod eines Elternteils bekommt nach § 1680 BGB der überlebende Elternteil automatisch das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zugesprochen. In den meisten Fällen ist dies eine gute und ausreichende Regelung.

Problematisch wird es allerdings, wenn beide Eltern versterben oder wenn die Kinder eine schlechte Beziehung zum überlebenden Elternteil haben: Für solche Fälle gibt es die Sorgerechtsverfügung. Sie eignet sich also für Alleinerziehende und gemeinsam erziehende Eltern.

Wussten Sie schon…?

 

Die Sorgerechtsverfügung lässt Ihnen viele Freiheiten, die Vormundschaft und das Sorgerecht für Ihr Kind oder Ihre Kinder zu gestalten. Zum Beispiel:

Ungeeignete Personen als Vormund ausschließen

 

In der Sorgerechtsverfügung können Sie nicht nur einen Vormund für Ihre Kinder vorschlagen. Sie können außerdem bestimmte Personen ausdrücklich von der Vormundschaft ausschließen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass das Sorgerecht für Ihre Kinder nicht von ungeeigneten Personen ausgeübt wird.

Den anderen Elternteil als Vormund ausschließen

 

Dies gilt auch für den anderen Elternteil. Mit einem Ausschluss in der Sorgerechtsverfügung können Alleinerziehende verhindern, dass der getrennt lebende Partner das Sorgerecht für die gemeinsamen biologischen Kinder erhält. Voraussetzung ist allerdings, dass der alleinerziehende Elternteil triftige Gründe anführen kann – zum Beispiel, dass sich die Kinder und der andere Elternteil völlig fremd sind.

Sie können einen Finanzvormund bestimmen

 

Mit dem Tod der Eltern können Kinder auch deren Vermögen oder Schulden erben. Trotzdem muss der gewünschte Vormund kein Finanzexperte sein. In der Sorgerechtsverfügung können Sie einen separaten Finanzvormund bestimmen, der den Nachlass bis zur Volljährigkeit der Kinder verwaltet. So können Sie die Personensorge und Vermögenssorge auf verschiedene Vormünder aufteilen, passend zu ihren jeweiligen Befähigungen.

Sie können eine „Ferrari-Klausel“ einsetzen

 

Mit 18 Jahren kann Ihr Kind sein Erbe antreten. Jungen Erwachsenen fällt es allerdings oft nicht leicht, verantwortungsbewusst mit großen Geldsummen umzugehen. Um Ihr Kind und sein Erbe zu schützen, können Sie in der Sorgerechtsverfügung eine sogenannte Ferrari-Klausel einfügen. Darin legen Sie fest, dass Ihr Nachlass vom Finanzvormund verwaltet wird, bis Ihr Kind oder Ihre Kinder ein bestimmtes Alter erreicht oder eine Ausbildung abgeschlossen haben.

Kinder spielen

Welche Eigenschaften sollte ein Vormund haben?

 

Die Vormundschaft ist eine große Verantwortung. Sicher wollen Sie Ihre Kinder nur in die allerbesten Hände geben. Überlegen Sie sich genau, welche Person aus Ihrem Familien- oder Freundeskreis dazu in der Lage wäre, das Sorgerecht für Ihre Kinder bis zu deren Volljährigkeit auszuüben.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wer hat das beste Verhältnis zu meinen Kindern?

  • Wer teilt meine persönlichen Wertvorstellungen?

  • Wer wäre dazu bereit, meine Kinder aufzunehmen?

  • Bei welchem Vormund würden sich meine Kinder wohlfühlen?

  • Wer ist finanziell dazu in der Lage, meine Kinder aufzuziehen?

  • Wo können meine Kinder als Geschwister zusammen aufwachsen?

  • Welcher Vormund genießt mein uneingeschränktes Vertrauen?

Sorgerechtsverfügung online erstellen

 

Sie können Ihre Sorgerechtsverfügung nach diesem Muster kostenfrei erstellen, um die Interessen Ihrer Kinder über Ihren Tod hinaus zu schützen.

Möchten Sie meine Hilfe bei dem Erstellen einer Sorgerechtsverfügung in Anspruch nehmen, berechne ich dafür einmalig 49,- € inkl. MWSt. Bei der Erstellung mehrerer Vorsorgeschriftstücke berechne ich für jede weitere Verfügung/Vollmacht 50 %.

Unterschied zur Sorgerechtsvollmacht

 

Sorgerechtsverfügung und Sorgerechtsvollmacht sind zwei unterschiedliche Dokumente:

  • In der Verfügung können Eltern einen Vormund benennen, der im Fall ihres Todes das Sorgerecht für ihre minderjährigen Kinder ausüben soll.

  • In einer Vollmacht schlagen sie einen Vormund für den Fall vor, dass sie zu Lebzeiten das Sorgerecht für Ihre minderjährigen Kinder nicht mehr selbst ausüben können. Dies kann zum Beispiel bei einer schweren Krankheit oder nach einem Unfall der Fall sein.

 

Die Sorgerechtsvollmacht ist also nicht an den Todesfall der Eltern gebunden. Sie stellt eine sinnvolle Ergänzung zur Sorgerechtsverfügung dar. Wenn Sie jedes Risiko ausschließen möchten, können Sie sowohl eine Verfügung als auch eine Vollmacht aufsetzen.

Andere Dokumente für Ihre Vorsorge

 

Eine Sorgerechtsverfügung schützt die Interessen Ihrer minderjährigen Kinder. Doch was ist mit Ihren eigenen Interessen? Wenn Sie durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit das Sorgerecht für Ihre Kinder nicht mehr ausüben können, brauchen Sie selbst auch einen Betreuer, der für Sie Entscheidungen trifft und Ihre Interessen vertritt. Für diesen Fall sollten Sie rechtzeitig eine entsprechende Vollmacht oder Verfügung aufsetzen.

Sie können auf meiner Internetseite Ihre Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung kostenfrei über meinen Kooperationspartner November ausfüllen und herunterladen. Für eine persönliche Beratung stehe ich Ihnen aber auch sehr gerne zur Verfügung. Dafür reicht ein Anruf aus und wir vereinbaren einen Beratungstermin:

0163 - 64 5 64 94