Erbenermittlung – Fristen & Dauer sowie Kosten

Der Gedanke an die Endlichkeit unseres Lebens ist nicht angenehm, und so schieben wir ihn nur allzu gern weit von uns. Der Tod – er liegt in weiter Ferne; Zeit, ein Testament aufzusetzen, bleibt uns noch genug. Doch woher wissen wir, wann der „richtige“ Zeitpunkt gekommen ist? Was, wenn der Tod plötzlich – etwa infolge eines Unfalls oder einer akuten Erkrankung – eintritt? Was geschieht dann?

 

Hat der Verstorbene weder ein Testament noch eine anderweitige Verfügung hinterlassen, so tritt gewöhnlich die gesetzliche Erbfolge in Kraft.  Das  Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) legt fest, welcher Verwandter welchen Erbanspruch hat. Soweit die Theorie. Die Realität sieht häufig ganz anders aus. So manche Familie ist hoffnungslos zerstritten; in anderen Fällen sind nur noch Erben höheren Grades vorhanden, und manchmal sind überhaupt keine lebenden Verwandten bekannt. Spätestens dann schlägt die Stunde der Erbenermittler.

 

Ihre Aufgabe ist es, mögliche Erbnehmer zu finden – eine Aufgabe, die nicht nur detektivischen Spürsinn, sondern auch unendlich viel Geduld und Leidenschaft erfordert, denn oftmals erstreckt sich die Suche nach potentiellen Erben über Monate oder gar Jahre und führt die Ermittler durch Länder und Kontinente bis an das sprichwörtliche Ende der Welt.

  • Wer aber kann überhaupt einen Erbenermittler beauftragen? Welche rechtlichen Bestimmungen sind zu beachten, und vor allem: lohnt sich das Ganze überhaupt?

  • Wie ist der Ablauf beim Suchen von Erben, wie funktioniert das genau? Diese und viele andere Fragen sollen im Folgenden behandelt werden.

Wann wird eine Erbenermittlung notwendig?

Hat der Verstorbene zu seinen Lebzeiten keine entsprechende Verfügung über die Verteilung seines Nachlasses getroffen, so tritt die im BGB festgelegte gesetzliche Erbfolgeregelung im Kraft. Sind Ehegatten oder Verwandte bekannt, so gestaltet sich die Sache häufig relativ einfach – es sei denn, es tauchen plötzlich bisher nicht bekannte Erben auf. Dies können z.B. uneheliche Kinder, verschollene Geschwister, Nichten, Neffen, Cousins oder Cousinen sein.

Schwieriger wird es bei allein lebenden Menschen, die vereinsamt in ihrer Wohnung oder im Pflegeheim gestorben sind. Manchmal ergeben sich aus den von ihnen hinterlassenen Unterlagen Hinweise auf Angehörige bzw. familiäre Bande. Häufig genug ist jedoch nicht klar, ob es noch nahe oder entfernte Verwandte gibt, die laut BGB erbberechtigt sind . Sind keine erbberechtigten Personen bekannt und übersteigt der Wert des Nachlasses die Beerdigungskosten, so muss von Amts wegen eine Erbenermittlung durchgeführt werden. Das geschieht in der Regel durch Nachlassgerichte bzw. Nachlasspfleger. Zu den von ihnen verwendeten Standardmethoden gehören u.a. Aufrufe in öffentlichen Medien, in denen potentielle Angehörige aufgefordert werden, sich innerhalb von sechs Wochen zu melden. Wichtig ist: Erfahren potentielle Erbnehmer erst später von   möglichen Erbansprüchen, so bedeutet das Nichteinhalten der sechs-Wochen-Frist für sie keinesfalls den Ausschluss vom Erbe. Sie können ihre Ansprüche auch deutlich später noch geltend machen – sofern sie ihre Erbbrechtigung nachweisen können.

Im Unterschied zu Nachlassgerichten arbeiten professionelle Erbenermittler meist in privatem Auftrag. Während die von Nachlassgerichten initiierten Recherchen schon aufgrund der engen sechs-Wochen-Frist häufig nicht besonders umfangreich ausfallen, sind professionelle Erbenermittler keinen solchen Zwängen und Fristen unterworfen (siehe unten). Ihr Einsatz ist zum einen immer dann nötig und sinnvoll, wenn die Vermutung besteht, dass noch lebende nahe oder entfernte Verwandte existieren könnten. Andererseits können Erbenermittler auch hinzu gezogen werden, um Verwandtschaftsbeziehungen zu beweisen und so Erbansprüche geltend zu machen.

Ich berate Sie gerne. Mit meinem Netzwerk aus Fachleuten finden wir eine Lösung (dabei übernehme ich selbst keine Rechtsberatung).
 
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